Ein Viertel der Erwachsenen nimmt dauerhaft drei oder mehr Arzneimittel: Apothekerliche Begleitung notwendig (ABDA)

"Ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland braucht dauerhaft drei oder mehr Arzneimittel. Werden längerfristig mehrere Präparate benötigt, spricht man von Polymedikation. „Bei Polymedikation ist der individuelle Rat der Apothekerin oder des Apothekers besonders wichtig. Denn mit der Zahl der Medikamente steigt auch das Risiko unerwünschter Wirkungen“, sagt Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände." Quelle ABDA 7.5.2021


Komfort und Therapietreue - das sind grundlegende, anerkannte Vorteile von personalisierter Wochenmedikation.

Insbesondere Patienten mit Polymedikation, die ihren Lebensstandard zu Hause genießen, sollten ein Recht auf die Zusammenstellung ihrer Medikation durch die Apotheke haben; u.a. auch, um Medikationsfehler zu vermeiden.

In der aktuellen Praxis wird jedoch der Patient - selbst bei einem umfassenden Medikationsmanagement - immer noch mit einem unübersichtlichen Mix von Medikamentenpackungen allein gelassen. Das ist nicht mehr zeitgemäß. 

Es existieren hinreichend Studien, welche die Vorteile der Wochenmedikation für das gesamte Gesundheitssystem belegen. Gleichzeit spielen Umweltaspekte wie Vermeidung von Verpackungsmüll, Reduzierung der weggeworfenen Arzneimittel bzw. ihres Eintrags ins Abwasser eine wichtige Rolle. 

Die ABDA hat sich zum Thema Polymedikation positioniert und sieht den Gesetzgeber in der Pflicht.  Es stellt sich die Frage, warum in Ländern wie der Schweiz, Schweden, Australien, Neuseeland die Abgabe der geprüften Rx Medikation für diese Patienten fast nur noch in personalisierten Wochenpacks erfolgt und diese Darreichungsform vergütet wird? Warum nicht in Deutschland?


personalisierte Wochenmedikation - eine Übersicht

Allen Systemen ist gleich, dass die Medikamente übersichtlich - meist nach früh, mittags, abends, nachts (manchmal noch extra "nüchtern") aufgeteilt sind. Dabei wird sowohl für den Patienten als auch z.B. für Angehörige sehr schnell ersichtlich, ob die Medikamentenration korrekt eingenommen wurde. Das unterscheidet sie von Schlauchblistern.

Der Arzneikalender ist der einzige echte Ökoblister - aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und nach Gebrauch im Garten kompostierbar.

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


Umweltrelevante Fakten:

  • 2019 wurden 760 Mio Rx-Arzneipackungen vom Großhandel an Apotheken geliefert
  • Original-Tablettenblister bestehen immer noch aus PVC (!) und Aluminiumverbund
  • Plastikblister werden nach Gebrauch über den Grünen Punkt dezentral entsorgt und verbrannt 
  • Medikamente im (geschätzten) Wert von 5 Mrd. € werden jährlich weggeworfen
  • unsachgemäße Entsorgung über das Abwassersystem belastet unser Ökosystem
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Anforderungen an Primärverpackungen
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Aide-memoire Verblistern
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ABDA Faktenblatt Polymedikation
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Paradigmenwechsel
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