Ökologische Arzneiverpackungen - die Herausforderung


Komfort und Therapietreue - das sind die Vorteile der patientenindividuellen Verblisterung besonders für die Patienten, welche ihren Lebensstandard zu Hause genießen. Es existieren viele Studien, welche das Sparpotenzial des Verblisterns für das gesamte Gesundheitssystem belegen*. Gleichzeit spielen Umweltaspekte wie Vermeidung von Verpackungsmüll, Reduzierung der weggeworfenen Arzneimittel bzw. ihres Eintrags ins Abwasser eine wichtige Rolle. 

Der Begriff des "patientenindividuellen Verblisterns" ist ein eher sperriges Wortungetüm, welches keinerlei Wiedererkennungseffekt bei den Betroffenen (Patienten, Senioren, Stammkunden, Angehörige) auslöst.

Hier wollen wir ansetzen mit unserer Idee des "Arzneikalenders".

 

In Deutschland wird bisher hauptsächlich für Heime verblistert, während in anderen Ländern (Canada, Australien) eine staatliche Förderung für die Verblisterung für Patienten zu Hause existiert. Die patientenindividuelle Verblisterung ist ein Service der Apotheke, welcher mit einem erheblichen Zeitaufwand (Verblisterung, Rezeptmanagement) und mit der entsprechenden pharmazeutischen Kompetenz (Kreuzindikation) einhergeht.

 

Gleichzeitig ist die kritiklose Verwendung von Plastik (sowohl bei Schlauch - als auch bei Kartenblistern) nicht mehr zeitgemäß.

Es gibt bereits Ansätze - wie z.B. Medinoxx - wobei Teile des Blistersystems wiederverwendet werden können bzw. ein sortenreines Recycling (durch Verwendung gleichartiger Plaste) möglich ist. Andere Systeme verwenden einen bestimmten Anteil an wiederverwendeter Plaste bzw. denken über Biopolymere als Alternative nach. 

 

Die meisten Kartenblister vereinen Verbundmaterialien (Plaste und Papier und evtl. Aluminiumfolie), sind beim Grünen Punkt angemeldet, können jedoch nicht immer recycled werden und landen daher auch in der Müllverbrennung oder auf der Müllkippe. Hier ist ein Umdenken dringend nötig.

 

Da es sich beim "Verpackungsgut" um Medikamente handelt, sind mehrere gesetzliche Vorschriften zu beachten wie u.a.: 

  1. Vorschriften bezüglich Haltbarkeit und Stabilität von Primärverpackungen
  2. Vorschriften bezüglich der Neuverpackung von Medikamenten (Aide-Me'moire)

Die Herausforderung liegt nicht nur im Erfüllen der gesetzlichen Vorschriften sondern auch im Design (z.B. einfaches Öffnen, Informationen müssen beigelegt werden, Übersichtlichkeit).

Wir engagieren uns für dieses Thema und werden Ihnen unseren "Arzneikalender" demnächst vorstellen.

 


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Anforderungen an Primärverpackungen in der Apotheke
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Aide-memoire Verblistern
07120201_Verblistern_Aide-mémoire.pdf
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*Deutsche Apothekerzeitung
Medikamenten- oder Medikationsmanagement
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